Das Verschwinden der Delphine Jubillar

Cagnac-les-Mines, 16. Dezember 2020. Am frühen Morgen meldet Cédric Jubillar seine Frau Delphine als vermisst. Die 33-jährige Krankenpflegerin und Mutter zweier Kinder scheint in der Nacht aus dem gemeinsamen Haus verschwunden zu sein. Ihr Mobiltelefon, ihre Brille und ihre persönlichen Dinge bleiben zurück. Von Delphine fehlt jede Spur.

Die Nacht fällt in eine Zeit strenger Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Pandemie. Dennoch gibt es keinen gesicherten Hinweis darauf, dass Delphine das Haus freiwillig verlassen hat. Suchaktionen mit Hunden, Drohnen und Tauchern bleiben ohne Ergebnis. Auch ihr Körper wird nicht gefunden.

Schon bald richtet sich der Blick der Ermittler auf ihren Ehemann. Die Beziehung gilt als zerrüttet, Delphine will sich trennen und hat einen neuen Partner. Aussagen aus dem Umfeld, digitale Spuren und Widersprüche in Cédric Jubillars Schilderungen werden über Jahre zusammengetragen. Ein einzelner, zweifelsfreier Beweis fehlt jedoch.

Im Juni 2021 wird Cédric Jubillar festgenommen und wegen des Verdachts auf Mord in Untersuchungshaft genommen. Der Fall entwickelt sich zu einem der meistbeachteten französischen Kriminalfälle der vergangenen Jahre: ohne Leiche, ohne eindeutig identifizierten Tatort und zunächst ohne Geständnis.

Im Herbst 2025 steht Cédric Jubillar vor dem Schwurgericht in Albi. Nach einem mehrwöchigen Indizienprozess erklären ihn die Geschworenen des Mordes an Delphine schuldig und verurteilen ihn zu 30 Jahren Haft. Die zentrale Frage bleibt dennoch offen: Wo ist Delphine?

Wie konnte eine Frau in einer kalten Dezembernacht scheinbar spurlos verschwinden? Welche Beobachtungen und technischen Spuren überzeugten das Gericht – und weshalb konnte Delphines Körper bis heute nicht gefunden werden?

Diese Folge von Spannende Wahrheiten rekonstruiert Delphine Jubillars letzte bekannte Stunden, die jahrelangen Ermittlungen und den außergewöhnlichen Prozess – sachlich, respektvoll und ohne Spekulationen als Tatsachen darzustellen.

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