Oberhausen-Sterkrade, 10. August 1997. Am frühen Morgen biegt ein älterer schwarzer Renault 5 in die Neumühler Straße ein. Am Steuer sitzt ein unbekannter Mann, auf dem Beifahrersitz die 20-jährige Cindy Koch. Beide betreten gemeinsam das Wohnhaus. Wenige Stunden später wird Cindy tot in ihrer Dachgeschosswohnung gefunden.
Am Abend zuvor ist Cindy mit einer Freundin unterwegs. Sie besuchen mehrere Diskotheken am Centro Oberhausen und später die Turbinenhalle. Gegen 04:30 Uhr bringt Cindy ihre Freundin nach Hause, kehrt kurz in ihre Wohnung zurück und fährt anschließend allein noch einmal los. Was danach geschieht, lässt sich bis heute nicht lückenlos rekonstruieren.
Als der Renault gegen 07:10 Uhr vor dem Wohnhaus erscheint, fährt nicht mehr Cindy, sondern der unbekannte Begleiter. Zeugen nehmen keinen Streit und keine erkennbare Bedrohung wahr. Cindy und der Mann gehen gemeinsam ins Haus. Es ist die letzte bekannte Sichtung der jungen Mutter.
Am Abend wird Cindy in ihrem Bett gefunden. Sie wurde massiv geschlagen und mehrfach mit einem Messer verletzt. Die Ermittler erstellen anhand der Zeugenaussagen ein Phantombild: Gesucht wird ein damals etwa 25 bis 30 Jahre alter, ungefähr 1,80 Meter großer Mann. Doch trotz der öffentlichen Fahndung erhält er keinen Namen.
Jahrzehnte später bringt moderne Kriminaltechnik neue Hoffnung. Im Zuge einer Cold-Case-Initiative werden die damaligen Asservate erneut untersucht. Dabei lässt sich nach Angaben der Polizei DNA des mutmaßlichen Täters sichern. Auch die Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ greift den Fall 2021 erneut auf. Der entscheidende Hinweis bleibt jedoch aus.
Wer war der Mann im schwarzen Renault? Wo begegnete Cindy ihm in dieser Nacht – und warum überließ sie ihm das Steuer? Bis heute ist der Mord ungeklärt. Die biologische Spur könnte noch immer zu dem Menschen führen, der Cindy Koch das Leben nahm.
Diese Folge von Spannende Wahrheiten rekonstruiert Cindys letzte bekannte Stunden, die Ermittlungen und jene Fragen, die seit fast drei Jahrzehnten offen sind – sachlich, respektvoll und ohne Spekulationen als Tatsachen darzustellen.