Griechenlands Watergate – Der tote Vodafone-Techniker und der geheime Abhörskandal

Athen, 2005. Im Mobilfunknetz von Vodafone wird ein verborgenes Abhörsystem entdeckt. Unbekannte haben zusätzliche Software eingeschleust, mit der mehr als hundert Telefone überwacht werden – darunter Anschlüsse aus Regierung, Militär und Sicherheitsbehörden.

Die Überwachung nutzt sogenannte Schattenhandys. Gespräche der Zielpersonen werden unbemerkt an Prepaid-Geräte weitergeleitet. Als eine technische Störung das System sichtbar macht, beginnt intern die Suche nach dem manipulierten Programmcode.

Am 7. März wird der Fund innerhalb des Unternehmens bestätigt. Am folgenden Tag wird die illegale Software deaktiviert – bevor staatliche Ermittler das System unter kontrollierten Bedingungen verfolgen können. Einen Tag später, am 9. März, wird der 38-jährige Vodafone-Techniker Kostas Tsalikidis tot in seiner Wohnung gefunden.

Die Behörden behandeln seinen Tod zunächst als Suizid. Seine Familie zweifelt daran. Tsalikidis hatte im Bereich der Netzplanung gearbeitet und möglicherweise Zugang zu technischem Wissen, das für die Aufklärung wichtig gewesen wäre. Ein Beweis für eine direkte Verbindung zwischen seinem Tod und dem Abhörsystem wird jedoch lange nicht erbracht.

Später rügen Gerichte die Ermittlungen. 2017 stellt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass Griechenland den Tod nicht ausreichend untersucht hat. 2019 wird der Fall von der griechischen Justiz als Tötungsdelikt neu eingeordnet. Wer hinter dem Abhörsystem stand, bleibt dennoch ungeklärt.

Diese Folge von Spannende Wahrheiten rekonstruiert die entscheidenden Tage, erklärt die technische Funktionsweise der Überwachung und zeigt, weshalb Griechenlands „Watergate“ bis heute voller offener Fragen ist.

Video zur Folge

https://www.youtube.com/watch?v=cK0w9VXcWWQ
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