Hinweis: Diese Folge behandelt die Tötung und langjährige schwere Misshandlung einer Jugendlichen. Einige Beschreibungen von Verletzungen können belastend sein.
Frankfurt-Nied, 31. Juli 2001. Im Main treibt ein sorgfältig verschnürtes Bündel. Ein Sonnenschirmständer sollte es offenbar unter Wasser halten. In der Gerichtsmedizin zeigt sich, dass sich darin der Körper einer jungen Frau befindet. Sie trägt keinen Ausweis, und keine Vermisstenmeldung lässt sich eindeutig mit ihr verbinden.
Fast 25 Jahre lang wird sie nur als das „Mädchen aus dem Main“ bekannt sein. Die Ermittler kennen ihre Narben, ihre Zähne, die Bettwäsche mit Leopardenmuster und die geflochtenen Kordeln, mit denen der Körper verschnürt wurde. Doch sie kennen nicht den Namen, der all diesen Spuren ein Leben zuordnen könnte.
Die Obduktion zeigt, dass die zierliche Jugendliche über lange Zeit schwer misshandelt worden war. Mehrere Knochenbrüche waren unbehandelt und in Fehlstellungen verheilt. Die Sonderkommission Leopard prüft Hunderte Hinweise, vergleicht Vermisstenfälle, kontrolliert Schiffe und sucht mit mehrsprachigen Fahndungsaufrufen nach ihrer Identität – zunächst ohne Erfolg.
2024 wird der Fall unter dem Code 2024-DE08 Teil der internationalen INTERPOL-Kampagne Identify Me. Erneute öffentliche Fahndungsaufrufe bringen neue Hinweise. Im Mai 2026 können die Behörden schließlich bekannt geben, wer die unbekannte Tote war: Diana S., 16 Jahre alt, die 2001 mit ihrer Familie in Offenbach lebte.
Am 12. Mai 2026 wird Dianas leiblicher Vater festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Tochter Ende Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung getötet und ihren Körper anschließend im Main versenkt zu haben. Er befindet sich wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.
Diese Folge von Spannende Wahrheiten rekonstruiert den Fund, die Arbeit der Soko Leopard und die fast 25 Jahre dauernde Suche nach Dianas Identität. Sie zeigt, was die Ermittlungen belegen – und welche Fragen trotz des entscheidenden Durchbruchs weiterhin offen sind.