Duisburg, 15. August 2007. Kurz nach zwei Uhr fallen vor dem italienischen Restaurant „Da Bruno“ mehr als 70 Schüsse. Sechs Männer sterben. Die Tat wirkt wie eine Hinrichtung – präzise vorbereitet, schnell ausgeführt und mitten im Ruhrgebiet.
Schon bald führt die Spur nach San Luca in Kalabrien. Dort stehen sich seit Jahren zwei Familienverbände der ’Ndrangheta gegenüber: Pelle-Vottari-Romeo und Nirta-Strangio. Aus Streit, verletzter Ehre und früheren Morden ist eine Blutrache entstanden, deren Gewalt schließlich Deutschland erreicht.
Das mutmaßliche Hauptziel in Duisburg ist Marco Marmo. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Schüsse eine Antwort auf den Mord an Maria Strangio am ersten Weihnachtstag 2006 sind. Doch vor dem Restaurant sterben nicht nur Beteiligte der Fehde. Unter den Opfern sind auch junge Männer, deren genaue Rolle bis heute unterschiedlich bewertet wird.
Die Sonderkommission „Da Bruno“ arbeitet über Grenzen hinweg mit Behörden in Italien, Belgien und den Niederlanden zusammen. Ein Renault Clio, Zeugenaussagen, DNA-Spuren und die Rekonstruktion der Fluchtwege führen Schritt für Schritt zu Giovanni Strangio. Am 12. März 2009 wird er in Amsterdam festgenommen.
2011 folgen in Locri mehrere lebenslange Haftstrafen. Die Urteile gelten als wichtiger Schlag gegen die beteiligten Clans. Doch die Duisburger Morde zeigen zugleich, wie tief die ’Ndrangheta längst außerhalb Italiens verwurzelt war – wirtschaftlich, logistisch und personell.
Diese Folge von Spannende Wahrheiten erzählt von einer kalabrischen Blutrache, internationalen Ermittlungen und einem Verbrechen, das den Blick Deutschlands auf die organisierte Kriminalität nachhaltig veränderte.